chirurg

VERNÄHT & ZUGEFLIXT

Das Update nach dem Krankenzimmer der
Plastischen Chirurgie

Datum: 18.06.2021

Hallo [subscriber:firstname | default:reader]

Schmerzen!!
Den Start zuhause habe ich mir doch etwas einfacher vorgestellt und ich muss zugeben, dass ich doch etwas angeschlagen bin.

Ursache sind diese verdammten (sorry für den Ausdruck) Schmerzen an der Hautentnahmestelle am Oberschenkel. Bei jeder Bewegung - und sei es nur das Umdrehen in der Nacht - schmerzt diese Stelle höllisch. An durchschlafen ist momentan nicht zu denken und dementsprechend müde und erschöpft fühle ich mich tagsüber.
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Auch bei jedem Verbandswechsel schießen mir vor Schmerz die Tränen in die Augen. Mein Hausarzt verschrieb mir zwar spezielles Verbandsmaterial, dass nicht täglich gewechselt muss, doch heute musste der Verband runter. Die Wundauflage war trotz angeblicher Beschichtung mit der Wunde verklebt und ließ sich trotz gefühlter Ewigkeit unter der Dusche nicht problemlos lösen. Es ziepte so sehr, dass mir der Kreislauf in die Knie ging und ehrlich gesagt graust es mir schon von dem nächsten Verbandswechsel. Jetzt teste ich nochmal die gleiche Wundauflage, wie unten an der Transplantationsstelle, die mir nach der ersten OP gut geholfen hat.

Beide Wunden sondern noch gut Wundsekret ab, so dass ich auf eine ordentliche Wundversorgung nicht verzichten kann. Auch Schmerzmittel brauche ich weiterhin mehr als im Krankenhaus, obwohl ich so wenig wie möglich rumlaufe. Ganz vermeiden kann ich eine geringe Belastung natürlich nicht, denn die ambulante Behandlung findet beim Arzt in der Praxis statt - und sonst gehe ich nur ins Bad und zum Kühlschrank.
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Nach dem einige Rückfragen kamen: ja, die Entlassung fand planmäßig statt, da eine stationäre Behandlung nicht mehr wirtschaftlich, zweckmäßig und notwendig war. Schmerzmittel, Wundkontrolle, Antibiotika kann auch der Hausarzt übernehmen. Meine Bettnachbarin wurde sogar mit einer Drainage entlassen, die dann von ihrer Ärztin demnächst entfernt werden sollte. Das ganze wird "blutige Entlassung" genannt und ist die Folge unseres aktuellen Gesundheitssystems.

Nach dem ich im Krankenhaus so gut wie schmerzfrei war, dachte ich wirklich, dass ich bald wieder in meine Laufschuhe schlüpfen darf und kann. Doch falsch gedacht: Ruhe und Schonung werden mich noch länger begleiten und auch bis zum Schwimmen im See brauche ich noch viiiiieel Geduld. Vielleicht im Spätsommer, vielleicht auch erst nächstes Jahr. Sonne ist auf jeden Fall mindestens ein Jahr auf der Verbotsliste. Puh!

Trotz meiner Monster im Kopf konnte ich den langen Krankenhausaufenthalt aufgrund einer guten Vorbereitung gut überstehen, doch nun geht mir irgendwie die Kraft aus meine Monster unter Kontrolle zu behalten. Gerade die letzte OP ohne Vollnarkose hat mich viel Energie gekostet und am liebsten würde ich dieses Erlebnis vergessen. Ich weiß, dass alles gut gegangen ist, doch momentan fühlt es sich nicht so an. Die Freude über das positive Ergebnis will sich bei mir nicht einstellen. Vielleicht dauert das auch noch, bis ich die schmerzhaften Verbandswechsel nicht mehr ertragen muss. Ich hoffe es!

Narben machen einen nicht
hässlich, sondern erst richtig
interessant, denn jede Narbe
hat ihre Geschichte...

Sonja und die Monster im Kopf
Auch aus einer hässlichen Wunde, kann eine schöne Narbe werden
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